Shkarr

Die Geschichte über eine Freundschaft, die zur Liebe wurde und zwei ungewöhnliche Leben zu einem verband

Shkarr

Genre: Dystopie/ SciFi

Trivia: Schatten der Vergangenheit war die 1. Geschichte, die ich schrieb. Im Sommer 2002 schrieb ich dann als 2. Geschichte Shkarr. Ein paar Monate später sprach mich Norma Banzini darauf an, ob ich sie nicht beim deadsoft-Verlag verlegen würde wollen. Ich sagte zu. Ganz ehrlich, es hat mich Blut und Schweiß gekostet und ich könnte, wenn es anatomisch möglich wäre, mich wegen diverser Dinge in den Allerwertesten beißen. Ich sage nicht was. Aber ich bin auch stolz darauf, dass ich es geschafft habe und dass diese Geschichte bis heute die verschiedensten Menschen begeistert. Sie kommen zu mir, pressen ein Exemplar der ersten Auflage an ihre Brust und ihre Augen leuchten, wenn sie fragen, ob ich es denn signieren könnte. Es sind alte Exemplare, vielfach gelesen und heiß und innig geliebt. Wie könnte ich nicht? Shkarr und Krischan sind zwei besondere Charaktere. Problem ist übrigens mit Titel, die nur aus einem Namen bestehen: Wie schreibe ich eine Fortsetzung?

Status: Shkarr veröffentlicht, 2. Auflage, 3. Auflage in Arbeit. Fortsetzung in Planung – ein Projekt von NaNoWriMo 2017 – mögliche Veröffentlichung ca. Ende 2018, Anfang 2019 (liegt daran, dass ich nie bei NaNo fertig werde und danach erst mal eine Verschnaufspause brauche)

Credits & Informationen

Verlag: Deadsoft

Erhältlich im normalen Buchhandel sowie bei amazon und auch bei anderen Online-Händlern.

Preis: 13,95 € (print)/ 5,99 € (ebook)

ISBN: 393444220X bzw. 978-3934442207

Klappentext: Computer bestimmen die Abläufe in der Zukunft, und damit hat der Programmierer Krischan Ros einen sicheren Job und ein ruhiges Leben. Das ändert sich schlagartig, als seine Schwester ihn überredet, sich ein Haustier anzuschaffen – einen Kanarra. Das Katzenwesen erscheint nämlich nicht besonders verschmust, und Krischan bemerkt zu spät, dass es sich bei seinem neuen Mitbewohner Shkarr um den Angehörigen einer intelligenten Spezies handelt. Auf der Suche nach Shkarrs Herkunft geraten sie in Lebensgefahr, als sie Pläne entdecken, für deren Geheimhaltung die Verantwortlichen ohne Zögern über Leichen gehen. Und dann wird Shkarr entdeckt …

Ein spannender Science Fiction Thriller um eine außergewöhnliche Beziehung.

Leseprobe

 

„Glaub mir! Das ist das Beste, was du machen kannst“, erklärte Felice und lief nun schon zum zehnten Mal an ihrem Bruder Krischan vorbei, der ihr nur mit verschränkten Armen zuhörte und sich am liebsten an einen anderen Ort gewünscht hätte, „Leg dir ein Haustier zu, einen Kanarra zum Beispiel. Diese Tiere sind eine tolle Gesellschaft, pflegeleicht, stubenrein und vollkommen verschmust. Das Richtige für jemanden wie dich.“

„Ich brauche keine Gesellschaft. Ich kann ganz gut auf so etwas verzichten. Dieser neumodische Kram ist mir zuwider. Jeder umgibt sich jetzt neuerdings mit diesen Viechern. Weiß eigentlich irgend-jemand, ob die nicht zufälligerweise Krankheiten mit einschleppen, wenn sie von diesem Planeten eingeführt werden?“, entgegnete Krischan ihr aufgebracht.

Felice hob die Arme und gestikulierte aufgeregt, als sie rief: „Das ist doch lächerlich! Du weißt ganz genau, dass alle Tiere unter Quarantäne stehen, wenn sie von anderen Planeten importiert werden. Außerdem ist der Import von reinrassigen Kanarras illegal. Nur der Verkauf von Mischlingen, die hier geboren sind, ist erlaubt. Also stell dich nicht so an! Aber wenn du nicht willst, ist es auch gut. Ich denke, es wäre schade um das arme Tier, wenn es mit so jemandem wie dir zusammenleben müsste. Langsam reicht es mir mit deiner schlechten Laune! Ständig läufst du herum, als wäre die ganze Welt dein persönlicher Feind. An allem hast du etwas auszusetzen. Wach auf, Krischan! Ach, was solls. Ich habe genug!“ Sie rauschte durch die Tür, die kaum Zeit hatte, sich vor ihr zu öffnen.

Krischan starrte die Tür an, die das mit stoischer Gelassenheit, weil sie eben nur eine Tür war, über sich ergehen ließ.

Wozu brauchte er einen Kanarra oder irgendein anderes Haustier? Als ob er nicht schon genug zu tun hatte! Wie stellte sich seine Schwester das vor? Ein Tier bedeutete Verpflichtung: Man musste damit zum Arzt, Futter kaufen, sich Sorgen machen… Allein schon das – sich um so ein blödes Vieh Sorgen machen. Er brauchte niemanden, um den er sich kümmern musste. Er wollte seine Ruhe. Was war daran so schwer zu kapieren? Nur weil sie seine Schwester war, brauchte sie sich nicht so aufzuführen. Die Welt, sein Feind? Wo hatte sie denn den Spruch her? Krischans Laune sank erheblich bei diesen Gedanken.

Nun gut. Er lebte allein. Früh morgens ging er zur Arbeit und kehrte abends wieder nach Hause zurück. Er sah und hörte niemanden. Aber er brauchte das auch nicht. Er war sich selbst genug. Wenn er abends in sein Appartement kam, schätzte er die Ruhe, die ihn umfing. Kein Mensch, der ihm auf die Nerven ging, vor allen Dingen seine Schwester nicht. Aber die kam nur noch selten, so dass sie kaum ins Gewicht fiel. Wie schlimm wäre es erst, wenn er eine Familie hätte? Eine nörgelnde Ehefrau und ein kreischendes Kind. Welch grauenhaftes Szenario. Er mochte keine Menschen um sich. Eklig, schwitzend und stinkend. Laut und aufreizend nervend. Welch seltsame Kreatur, ein Unfall der Evolution. Er musste den Ch´cchoókkre Recht geben: Menschen waren das Letzte! Vielleicht hasste er die Menschen, obwohl er selbst der so gescholtenen Rasse angehörte?

Sie, die Menschen und der ganze Planet Erde dazu, zählten zu dem Kindergarten in der interplanetaren Vereinigung SkarraSHrá, der Allianz, wie die meisten Leute einfach sagten. Gut behütet und ohne Mitspracherecht in irgendwelchen wirklich wichtigen Angelegen-heiten ausgestattet, war die Erde eines der jüngsten Mitglieder. Mit milder Neugier von sehr viel älteren Rassen beobachtet und ausführlich in den außerirdischen Kompendien kommentiert, dass sich Krischan schämte, überhaupt Mensch zu sein.

„Menschen können sich kaum um sich selbst kümmern, also warum geht sie davon aus, dass ich mich um ein Tier kümmern könnte?“, murmelte Krischan müde.

‚Na ja, vielleicht sollte ich mir so einen Kanarra anschauen. Ich geb’ zu, manchmal nervt mich diese Stille doch schon ein wenig. Vielleicht hat der Händler ja noch andere, weniger anspruchsvolle Tiere. Ich denke da so an einen Niva-Hai. Braucht einmal im Jahr Futter und sonst nur Wasser. Obwohl, wenn ich es mir so überlege, war es das glaube ich nicht, was sie mit Gesellschaft meinte’, sagte er in Gedanken zu sich selbst.

Krischan wandte sich wieder seinem unterbrochenen Abendessen zu. Seine glatten, jetschwarzen Haare fielen ihm leicht über die vorgebeugten Schultern. Die grauen Augen blickten mit entnervter Langeweile auf den Inhalt der Kro-Schale, die laut Verpackung Yam-Seetang mit Basmatireis und scharfen Tofu-Rollen enthalten sollte. Krischan war sich jedoch nicht sicher, ob die genannten Ingredienzien überhaupt mit dem undefinierbaren Brei verwandt waren. Mit spitzen Fingern zog er die Schale näher und rümpfte die Nase. Krischan befand, dass er kein Essen benötigte. Mit einem verächtlichen Schniefen feuerte er die Zumutung aus dem Chemielabor in den Müllschlucker, der sie gleich in Energie umwandelte und diese dann dem kleinen Kraftwerkblock in der Größe eines Aktenkoffers im Keller zuleitete.

Nach kurzem Überlegen warf er sich zwei Silence-Kapseln ein und legte sich schlafen. ‚Ich brauche niemanden’, dachte er noch, bevor er einschlief.

***

Missmutig starrte Krischan auf seinen Plasma-Bildschirm. Der verdammte Computer lief zu langsam. Die Informationen verbrauchten viel zu viel Zeit, während er sie in seine Einheit lud. Kurz entschlossen hackte er sich in das Interface von IE-Net und dem Co-Netz seiner Firma.

„So ein Idiot“, fluchte er laut. Hören konnte ihn bis auf seinen AI-Computer sowieso niemand. Hakaschi Murano hatte anscheinend sein altes Interface dazwischen geschaltet und hemmte damit das gesamte System. Dieser Trampel war einer der Gründe, warum er nicht von zu Hause aus arbeiten konnte. Eigentlich war seine Arbeit online von Hause aus gut auszuführen. Nur ab und zu mal nachschauen, und dann lief alles perfekt. Mit einem hämischen Grinsen setzte Krischan ein kleines Programm in Gang, das er ganz speziell für Murano geschrieben hatte. Wie vorauszusehen war ihm innerhalb von zwei Nanosekunden Erfolg beschieden und Murano aus dem Netz herauskatapultiert.

„Geschieht dir Recht. Ich hatte dich gewarnt“, murmelte Krischan. Jetzt konnte er selbst nach Hause. Feierabend!

Vorsichtig setzte er sein Head-Interface ab. Endlich war auch dieser öde Tag um. Er wollte nur noch nach Hause und schlafen. Kurz hielt er inne, als sich eine Erinnerung bei ihm meldete.

Das Haustier!

Krischan stöhnte auf und bemitleidete sich selbst. Felice, seine Schwester, hatte ihn doch tatsächlich gestern angerufen und ihn dann ganz nebenbei an ihr unerquickliches Gespräch von vor zwei Wochen erinnert. Sie konnte wirklich tödliche Hartnäckigkeit entwickeln. Wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, besaß die restliche Welt keine Möglichkeit mehr Einwand zu erheben. Er am allerwenigsten.

Also doch der Niva-Hai.

Resignierend zog sich Krischan seinen Mantel über und verließ sein Büro. Mit hochgezogener Augenbraue registrierte er, dass der Regen aufgehört hatte. Sollten die tatsächlich die Wetterkontrolle wieder repariert haben? Ein Wunder wäre es. Der letzte Ausschuss, den ihnen die Talaraner da geliefert hatten. Aber wer schaute schon genau hin, wenn man so ein Teil besonders billig bekam? Die Politiker auf jeden Fall nicht.

Noch immer missmutig schaute Krischan auf das Display seines Planers. Da war die Adresse des Händlers, der Kanarras verkaufte. Netterweise hatte ihm seine Schwester auch noch gleich den Stadtplan mitgeschickt, damit er sich nicht verlief. Wirklich fürsorglich. Ein kleiner Tipp auf den Planer und neben ihm hielt ein Taxi.

„4. Straße, Ecke 10“, murmelte er, stieg in das rote Gefährt ein und überließ sich der Fürsorglichkeit des Computers. Die knappen Angaben befolgend, setzte sich das Computer gesteuerte Fahrzeug in Bewegung.

Wie Schlieren zogen die gesichtslosen Häuserschluchten an ihm vorüber. Meist fast vollständig unter schreiend bunten Holo-Reklamen verborgen, reihten sich Geschäftstürme und Wohnhäuser aneinander. Anziehend und abschreckend zugleich. Doch Krischan berührte das nicht. Es interessierte ihn auch nicht. Er bevorzugte die schlichte Stille und antiseptisch anspruchslose Umgebung seines Appartements. Dies hier war nur eine Unvermeidlichkeit, die es zu ignorieren galt.

Unmerklich änderte sich das Bild, als er seinem Ziel immer näher kam. Endlich angekommen, musterte Krischan beim Aussteigen das Geschäft. Auf ihn wirkte es zwielichtig. Rußigschwarze Schleier lagen auf dem herabblätternden Putz und verrieten das hohe Alter des zehnstöckigen Gebäudekomplexes. Keine ID-Card in den schmierigen Fenstern und die Reklame hatte auch schon bessere Zeiten erlebt. Aber dieser Händler war der einzige in der Stadt, der derzeit Kanarras anbot. Wirklich erbärmlich.

Fröstelnd zog Krischan seinen Mantel enger und betrat das schummrige Entrèe des Geschäftes. Ein penetranter Gestank von Exkrementen und Tierurin stieg ihm stechend in die Nase, trieb ihm die Tränen in die Augen. Unheimlicher jedoch war die erstickend warme und feuchte Stille. Kein Laut war zu hören und ein dumpfer Druck legte sich wie eine Mahr auf seine Ohren. Unwillkürlich stieg in ihm das dringende Bedürfnis hoch, diesem Ort zu entfliehen und gierig frische Luft zu atmen. Doch ein Rascheln ließ ihn innehalten.

„Einen wunderschönen guten Tag, der Herr. Was kann ich für Sie tun?“, kam es schleimig süß aus der stumpfen Dunkelheit. Eine hochgewachsene, staksige Gestalt bahnte sich mit übertriebener Freundlichkeit im Gesicht den Weg vorbei an diversen Kisten, Käfigen und anderen Dingen, nicht näher definierbare Gegenstände. „Ich biete Tiere von allen bekannten Planeten. Kostbar und selten zu wirklich günstigen Preisen, der Herr. Wollen Sie sich umschauen oder kann ich Ihnen etwas empfehlen?“

Krischan schluckte angeekelt und versuchte sich seine Antipathie nicht anmerken zu lassen. Dieser Typ war einfach widerwärtig. Am liebsten wollte er schnell wieder hinaus. Doch die stechenden Augen schienen ihn hier an Ort und Stelle fesseln zu wollen. Mit großer Überwindung riskierte er einen näheren Blick in die Käfige und wäre beinahe wieder zurückgetaumelt. Der Besitzer hatte Recht. Hier war wirklich fast alles zu finden, was es an extraterrestrischen Tieren gab. Zum Teil wirklich abstoßend aussehende Exemplare, deren Namen er sich nicht getraute zu lesen, da er dafür näher an die Käfige herantreten hätte müssen.

„Ich suche einen Kanarra“, flüsterte er atemlos.

„Da haben Sie Glück!“, kam es glatt aus dem lippenlosen Mund. „Ich habe noch ein einziges Exemplar. Ein wirklich schönes Stück. Diese Tiere sind absolut gefragt und wirklich pflegeleicht, der Herr. Ich biete Ihnen den Kanarra zu einem wirklich günstigen Preis, weil Sie ja nicht mehr wählen können. Sie bekommen auch die Pflegeanleitung umsonst. Hier, bitte folgen Sie mir!“

Widerwillig kam Krischan der Aufforderung nach und vermied es mit angehaltenem Atem in die Käfige und Terrarien zu schauen. Er fühlte sich gefangen in diesem Horrorkabinett. Ein enger, einschnürender Ring schien sich um seine Brust zu legen.

Wenn der Kanarra auch so hässlich aussah, dann war er gleich ganz schnell verschwunden.

„Hier ist er!“, wurde er abrupt aus seinen Gedanken gerissen. Ein greller Lichtkegel fiel auf eine pelzige Kreatur und ließ sie zusammenzucken. Mit zeitlupenhafter Geschmeidigkeit entrollte sich der Kanarra und sah seinen Besucher ungnädig mit smaragdgrünen Augen an. Die geschlitzten, vertikalen Pupillen waren bis auf einen winzigen Spalt geschlossen und machten die mürrische Geste komplett.

Der Kanarra entpuppte sich als ausgewachsenes Exemplar seiner Rasse. Silbergrau mit aparten schwarzen Schatten, die die edle Gestalt an den Pfoten, den spitzen Ohren, an den Seiten des Rumpfes und den Schwanz sanft akzentuierten. Der Schwanz war wunderschön lang und wippte an der tiefschwarzen Spitze gerade mit rhythmisch warnender Geste. Der Kanarra fühlte sich eindeutig gestört, und Krischan war sich nicht sicher, ob er hier der Beobachtende und Taxierende war oder der Kanarra.

Der Händler kannte das Gestenspiel und fuhr neckend mit einem fiesen Grinsen über das Armband an seinem Handgelenk. Das Armband war eine kleine Kontrolleinheit.

Der Kanarra zuckte erneut zusammen und entrollte sich, dieses Mal ganz, und präsentierte sich als perfektes Exemplar seiner Art. Elegant setzte er sich auf seine Hinterläufe, legte umschmeichelnd den Schweif um sich, hielt den Kopf in verspielter Manier schief und schnurrte leise.

Krischan war das Machtspiel entgangen. Er starrte entgeistert auf die Schönheit vor seinen Augen. Diese Katzenwesen hatte er schon auf Holo-Bildern gesehen. Jedoch eines solchen Exemplars in Natura ansichtig zu werden, war etwas vollkommen anderes.

‚Waren die nicht eigentlich kleiner’, rief er in Gedanken verzweifelt. Auf zwei Beinen aufgerichtet vermochte der Kanarra ihn zweifellos zu überragen. Das hier war kein Schoßtier. Unwillkürlich zupfte er an seinem hellen Mantel und wich ein wenig zurück. „Ähm, ich denke nicht,…“, stammelte er.

„Wirklich wunderschön, nicht wahr?“, fiel ihm der Tierhändler ins Wort. „Der Preis kann sich sehen lassen. Nur 1.000 Credits und er gehört Ihnen. Wenn man bedenkt, dass ein Exemplar eigentlich 15.000 kostet, ist das wirklich geschenkt. Sie bekommen kein Tier hier unter 2.000 Credits. Was die Importkosten verschlingen. Da sind allein schon 1.000 je Tier fällig. Wirkliche Abzocker, die von der Zollbehörde. Na, was meinen Sie?“

Krischan schüttelte den Kopf. „Ich weiß nicht…“

„Wollen Sie mal anfassen? Absolut seidenweiches Fell. Er ist anschmiegsam und treu. Besitzt keinerlei Ansprüche und wenn sie das hier gelesen haben“, damit hielt der Händler ihm ein dünnes Heft unter die Nase, „Werden Sie Ihre helle Freude an ihm haben.“ Das Lächeln des Mannes wurde breiter.

Krischan schluckte. Vorsichtig wagte er es, sich dem Käfig zu nähern und riskierte einen genaueren Blick. Der Kanarra schnurrte ein wenig lauter und schloss genüsslich die Augen, als Krischan ihm über das Fell fuhr. Sanft bewegten sich die Muskeln unter seiner Hand und schienen ihm in Wellen entgegen zu strömen. Krischan fühlte sich wie elektrisiert und aufgeladen. Ein verträumtes Lächeln bemächtigte sich seiner Lippen. Das Lächeln des Tierhändlers gefror zur Maske und ein zufriedenes Funkeln ließ seine Augen dunkler werden.

„Ich nehme ihn“, murmelte der überrumpelte Computerexperte. Traumwandlerisch bezahlte Krischan den geforderten Preis. Dann wurde ihm eine Leine in die Hand gedrückt, an dessen Ende sich der Kanarra befand. Im nächsten Moment stand er auf der Straße und das Gitter des Ladens schloss sich scheppernd hinter ihm.

Erschrocken wirbelte Krischan herum. Noch mit klopfendem Herzen schüttelte er den Kopf. Was sollte das eben? Ein Blick auf die Öffnungszeiten belehrte ihn über den Ladenschluss, den er anscheinend um Minuten hinausgezögert hatte. So etwas wie Empörung über diese Unhöflichkeit ließ Ärger in ihm aufsteigen. Dann jedoch mahnte er sich, da die herannahende Nacht unaufhaltsam die Schatten vertiefte und das schwindende Licht den sowieso schon spärlich gesäten Farben ihre Kraft beraubte.

Krischan zog seinen Planer hervor und rief nach einem Taxi.

„Appartement-Siedlung 310 a, Appartement 20-X“, wies er den Computer an, nachdem er sich in das Fahrzeug gesetzt und den sich sträubenden Kanarra mit hineingezogen hatte.

***

Erschöpft und erleichtert stolperte Krischan in seine Wohnung. Müde hängte er seinen Mantel auf und legte das Heft für den Kanarra auf den Tisch. Der Kanarra selbst verfolgte interessiert jede Bewegung und kommentierte in Gedanken schlechtgelaunt sein neues Herrchen.

‚Anscheinend wirklich ein weiteres Menschenmännchen. Nicht sehr kräftig, wie mir scheint. Pass auf, wenn du mir den Rücken zudrehst. Ich könnte dich anfallen. Anscheinend hast du keine Ahnung, was du dir in dein Domizil geholt hast.’ Neugierig hielt der Kanarra seine Nase in die Luft und sog die Aromen ein, zerlegte und analysierte sie.

‚Lebst allein. Kaum Besuch. Ich kenn mich ja nicht so aus, aber bist du noch nicht geschlechtsreif? Normalerweise ruft doch bei Menschen in diesem Alter der Fortpflanzungstrieb. Hier müsste doch eine Familie sein? … Mhm?’ Der Kanarra beendete das Thema, als er Krischan in der winzigen Küche hantieren sah. ‚Das ist nicht dein Ernst! Nein! Du willst tatsächlich dieses Zeug essen? Wirklich widerwärtig. Wag es ja nicht, mir auch so etwas vorzusetzen!’ Das Fell des Kanarra zuckte konvulsiv vor Abscheu.

Krischan wurde sich in diesem Moment der Anwesenheit des Kanarras bewusst und räusperte sich erschrocken. War das Tier etwa krank? Natürlich, die Sache musste ja einen Haken haben. Niemals bekam man etwas umsonst oder günstiger.

Nach einer Weile beruhigte sich sein neuer Hausgenosse jedoch wieder, und Krischan seufzte erleichtert auf. Noch immer misstrauisch, berührte er die Sensoren der Kro-Schale. Ein Zischen teilte ihm mit, dass der Inhalt jetzt essbar war. Vorsichtig lüftete Krischan das Geheimnis um den Inhalt der Kro-Schale und wurde nicht enttäuscht. Essbar, aber nicht genießbar. Automatisch schnappte er sich eine Gabel und setzte sich an den niedrigen Tisch. Mit der schmalen Lektüre vor Augen stopfte er den Fraß in sich hinein.

Der Kanarra war erleichtert, dass er nicht bedacht wurde, auch wenn es unter Umständen kein Abendbrot bedeutete. Das war auf alle Fälle besser, als eine Nacht mit Kotzen zu verbringen.

Krischan las sich durch die ersten Ausführungen über die artgerechte Haltung von Kanarras und wurde über die Namensgebung informiert. Am besten wurden Zisch- und Schnurrlaute von den Kanarras als Name angenommen. Einen Namen brauchte das Tier also auch noch? Ein Seufzen über so viel Umstand war sein einziger Kommentar.

„Also einen Namen.“ Aufmerksam musterte Krischan den Katzenmann, der ihn unter halbgeschlossenen Lidern nicht aus der Beobachtung entließ.

‚Namen? Glaubst du, dass ich lange genug hier bleiben werde? Wenn du Glück hast, verschwinde ich gleich. Wenn nicht, wirst du eines Tages nicht mehr aufwachen. Aber so wie ich das sehe, bedeutet das in deinem Fall auch Glück’, knurrte der Kanarra übelgelaunt.

„Schnurr- und Zischlaute. Dann einfach Schnurr!“

Der Kanarra blinzelte entgeistert. ‚Wie einfallsreich! War es das? Keine besseren Einfälle? So ein dummes Männchen.’

„Nicht besonders schön“, stellte Krischan selbst fest. „Etwas anderes. Wie wäre es mit Shkarr? Bedeutet bei den Talaranern soviel wie Silbern. Du bist silbern und es sind Zisch- und Schnurrlaute drin. Ich habe keine Lust mir weitere Gedanken zu machen. Also Shkarr. So heißt du ab jetzt! Ich geh jetzt schlafen.“

‚Shkarr?’ Der Kanarra schaute dem Menschen hinterher und sah, wie dieser sich seiner Abendtoilette widmete. ‚Wirklich ein toller Name! – Und soll das jetzt hygienisch sein?’, fragte er sich dann aber gleich, als er Krischan im Bad sah und kurz beobachten konnte, wie dieser sich unter die Hypodusche stellte und sich von dem Kraftfeld säubern ließ.

Nach einer geschlagenen Viertelstunde war Krischan fertig mit seiner Abendtoilette, suchte sich zwei Silence-Kapseln heraus und schluckte sie trocken hinunter. Taumelnd suchte er sein Schlafzimmer auf und nuschelte schon halbschlafend: „Licht aus!“

Den Bruchteil einer Sekunde später öffneten sich die Pupillen des Kanarras, um das restliche Licht einzufangen. Bedrohlich langsam erhob er sich und ging selbstsicher zu dem betäubten, jungen Menschen. Geschmeidig stieg er in dessen Bett und schnupperte vorsichtig an der reglosen Gestalt.

‚Du bist anscheinend selbstmörderisch veranlagt. Dich so außer Gefecht zu setzen, während ich dich ganz schnell mal zum Abendbrot verspeisen könnte. Du hast Glück, dass ich nicht so auf Menschenfleisch stehe. Davon abgesehen: Ein Junges bist du wirklich nicht mehr. Doch wo ist deine Familie? Ich dachte, Menschen wären soziale Tiere? Na ja, auch bei den sozialsten Rassen gibt es immer wieder Einzelgänger. Bin anscheinend an so eine Ausnahme geraten. Aber wenn du auf meinem Planeten leben würdest, wärest du keine Minute lang am Leben. Soweit ich das beurteilen kann, bestimmt nicht einmal eine Sekunde. Einfach zu schwach und nicht im geringsten lebensfähig!’ Der Kanarra erkundete mit wachen Sinnen das Appartement des Menschen und schaute neugierig nach, ob er etwas Essbares finden konnte. Leider wurden seine Befürchtungen bestätigt, dass sich Krischan fast ausschließlich von diesem ungenießbaren Zeug aus Kro-Schalen ernährte. Welch furchtbare Aussichten.

Mit einem stummen Seufzen trollte sich der Kanarra wieder in Richtung Schlafzimmer. ‚Wir werden uns diese Nacht dein Bett teilen. Ich werde nicht auf dem Boden schlafen. Ganz bestimmt nicht, Mensch.’

Zufrieden, dass er sich nicht gleich in der ersten Nacht mit dem Menschen auseinandersetzen musste, rollte sich der Katzenmann auf dem großen Bett zusammen und legte seinen Schwanz über seine Nase. Halbwach und immer wieder kontrollierend lauschte er den Atemzügen des Menschenmännchens, um dann wieder in meditatives Nichtdenken abzutauchen.

***

Krischan war mit einem Schlag wach, wie üblich, wenn er die Kapseln nahm. Ihre Zeit war exakt abgestimmt und es bestand nie der Gefahr, dass er verschlafen konnte. Seiner Morgenroutine entsprechend wollte er aus dem Bett steigen und ins Bad schleichen. Etwas Silbergraues auf seinem Bett ließ ihn aber innehalten.

„Ach ja, der Kanarra“, murmelte er kurz. Einen Moment! Wieso lag das Vieh auf seinem Bett? Schlechtgelaunt beäugte er das Katzenwesen, dessen Körper sich gleichmäßig im Takt seines Atems hob und senkte. In ihm regte sich Unmut. Aber nur kurz. Krischan hatte keine Lust, sich wegen dieses Dings aufzuregen. Im Grunde bereute er es, dass seine Schwester ihn dazu überredet hatte. Er wusste überhaupt nichts mit einem Tier anzufangen. Eine oberflächliche Recherche hatte ihm nur diffuse Hinweise gegeben, welch hervorragende Spielkameraden Kanarras für Kinder wären; dass sie treu waren und sehr verschmust. Dem Streicheln dieser Tiere wurden besondere positive Nebenwirkungen nachgesagt, euphorische Energieschübe und beruhigende Entspannung gleichermaßen. Wissenschaftlich konnte dies jedoch nicht nachgewiesen werden.

Knurrend erhob Krischan sich und schlurfte ins Bad. Er hatte nicht vor, sich von diesem Etwas aus der Bahn werfen zu lassen. Gleich heute würde er zu dem Händler fahren und den Kanarra zurückbringen.

Das Katzenwesen hob amüsiert seinen Kopf. Ohne den Menschen sehen zu müssen, war er doch ganz gut zumindest über dessen letzten Gedankengang informiert. ‚Du wirst den Händler nicht finden’, schnurrte er leise vor sich hin.

Eilig stürzte Krischan nach einigen Minuten aus dem Bad und befahl kurz: „Kaffee!“ Prompt erwachte ein Teil der Küche zum Leben und es zischte aus einer silberfarbenen Armatur. Kaffeeduft durchzog das Appartement und der Kanarra, der versuchte, sich mit seinem neuen Namen vertraut zu machen, zog angewidert die Nase kraus.

Hastig schlüpfte Krischan in die bereitliegenden Sachen und wollte sich dann daran machen, sein Bett aufzuschütteln. Jetzt erst dachte er wieder an seinen neuen Mitbewohner. Der Kanarra lag noch genauso da, wie er ihn verlassen hatte. Nur die grünen Augen blickten unverwandt auf soviel hektisches Treiben.

„Raus aus dem Bett, Shkarr!“, rief Krischan ungehalten. Wenn er jedoch auf eine Reaktion wartete, so war diese Hoffnung mehr als vergebens. Shkarrs Bart zuckte ein wenig.

‚Ah, den Namen hat er also nicht vergessen. Ich weiß nicht, ob ich mich geschmeichelt fühlen soll’, murmelte er träge in seinen Gedanken. Eine aufgebauschte Decke, die ihn vom Bett scheuchen sollte, unterbrach ihn jedoch wenig diplomatisch. Mit einem Fauchen war er auf seinen vier Beinen und schaute das Menschenmännchen herausfordernd an. Der Schwanz bekundete drohend den aktivierten Jagdtrieb.

Krischan schluckte hart. Sein Herz meldete Notstand und galoppierte unangemessen schnell, wenn man bedachte, dass er zur Salzsäule erstarrt war. Sein gesamter Körper schrie nach Flucht, dennoch verweigerten ihm seine Muskeln und Sehnen den Dienst. So musste der Kanarra enttäuscht feststellen, dass Krischan ihm wohl nicht den Gefallen tun würde, einfach ein wenig Hasche mit ihm zu spielen.

‚Wirklich bedauerlich.’ Mit einem stummen Seufzer rollte er sich wieder zusammen.

Ächzend sank Krischan zu Boden und starrte entgeistert auf den silberschwarzen Rücken. Bebend vor Angst und vollkommen aufgelöst rutschte er rückwärts aus dem Zimmer. Kaum war der Kanarra außer Sichtweite sprang er hoch und rannte zur Tür. Ohne einen Blick zurückzuwerfen und wie von bösen Geistern gejagt, stürzte er aus seiner Wohnung.

Der Kanarra fand das einigermaßen übertrieben. Irgendwie amüsierte ihn der Mensch. Er war gespannt, was dieser tun würde, wenn er feststellen musste, dass der Händler nicht mehr da war. Dieser hatte, bevor Krischan sich zum Kauf entschloss, seine Abreise vorbereitet, um neue Tiere auf anderen Planeten einzukaufen. Im Grunde hatte ihm Krischan wahrscheinlich das Leben gerettet. Shkarr war, wenn man es genau betrachtete, unverkäuflich. Eine Last, die der Händler nicht mehr hatte tragen wollen.

Es war nicht so, dass sich niemand für ihn interessiert hätte. Doch er war zu groß, und es war nicht das erste Mal, dass er sich gegen seine Besitzer gewandt hatte. Er war sogar schon einmal geflohen. Mittlerweile war es ihm egal, wo er war und wer ihn besaß oder auch, welche Namen man ihm gab. Trotzdem baute sich in ihm immer wieder das Bedürfnis auf, die Nächte damit zu verbringen, die Umgebung zu durchstreifen und auf Jagd zu gehen. Es war ein mächtiger Drang. Doch die Erinnerungen an eine sehr demütigende Hetzjagd unterband jeden weiteren Gedanken im Ansatz. Es war schwer, sich immer wieder vor diesen schwachen Menschen zurücknehmen zu müssen. Doch das Halsband um seinen Hals war eine Warnung und Drohung zu gleich. Krischan wusste das nur nicht. Der Katzenmann rechnete aber damit, dass dem nicht lange so bleiben würde.

Doch letzte Demütigung und auch stärkste Verletzung seines Stolzes war, dass ihn jeder für ein dummes Tier hielt und dementsprechend so behandelte. Er war vielleicht nicht so gebildet wie diese nackten Wesen, doch der Grund dafür lag nicht bei ihm. Soweit er sich klar zurückerinnern konnte, bestand sein Leben auf dieser Welt immer nur aus Käfigstäben, Kraftfeldern, Schlägen und dem allgegenwärtigen Halsband, das sich bedrohlich eng um seinen Hals schmiegte und ihn damit nie vergessen ließ, dass damit schmerzhafte Stromstöße durch seinen Körper gejagt werden konnten. Nur in seinen Träumen war er frei. Trotzdem war er nicht völlig bar jeglichen Wissens und Talente.

Seine Fähigkeiten waren insgesamt nicht sehr ausgeprägt, aber sie nützten ihm doch ein wenig. So hatte er früh festgestellt, dass er die Gedanken dieser Wesen lesen konnte. Am Anfang bereitete ihm das Mühe und meist auch noch furchtbare Kopfschmerzen, doch nach und nach beherrschte er diese Gabe immer besser. Grenzen hatte diese Fähigkeit aber leider auch. Nur wirklich klar gedachte Worte, Sätze oder Bilder der Menschen vermochte er wahrzunehmen und auch nur dann, wenn diese nicht sehr weit weg von ihm standen. Wollte er darüber hinaus etwas erfahren und mehr erhaschen, als ihm so gewährt wurde, dann drohten wieder Kopfschmerzen und für einige Zeit eine Übelkeit erregende Orientierungslosigkeit. Daher hatte er sich entschlossen, dies, wenn möglich, zu vermeiden. Doch die wenigen Gedankenbrocken, die er im Laufe seines Lebens lesen konnte, genügten ihm bereits, um ihm zumindest ein wenig das Bild dieser Welt und der Wesen, die hier lebten, zu vermitteln. Zu seinem persönlichen Bedauern aber blieb ihm nie genug Zeit, mehr in Erfahrung zu bringen.

Er war immer anders gewesen als die Kanarra, die mit ihm verkauft wurden. Er hatte nicht so niedlich und zierlich ausgesehen, als er noch ein Kanarra-Baby gewesen war. Somit wurde er erst sehr spät an eine Familie verkauft. Doch diese behielt ihn nicht sehr lange, da er sich nichts von den Kindern der Familie gefallen ließ. So kam er wieder zurück zum Händler. Ein paar Monate später wurde er wieder an eine Familie verkauft. Aber das Spiel wiederholte sich. Sein Preis fiel immer mehr im Laufe der Jahre.

Auch für die Zucht wollte man ihn nicht so richtig. Er entsprach nicht den Vorstellungen der anvisierten Zuchtziele der Züchter, was Gehorsam und Anschmiegsamkeit anbelangte.

Sein letzter Besitzer war ein Säufer gewesen, der seine Freude daran hatte, ihn tanzen zu lassen. Die einfachste Methode war, sein Halsband auf mittlere Stufe zu stellen. Dann war Shkarr noch gerade bei Bewusstsein und die Schmerzstufe war hoch genug, ihn hin- und herzucken zu lassen.

Shkarr erinnerte sich nur mit Abscheu und Angst daran. Wegen dieses Halsbandes und der sadistischen Ader seines Besitzers hätte er diesen Menschen beinahe umgebracht. Es war Notwehr gewesen. In blinder Wut und Schmerz hatte er seine Krallen ausgefahren und mit ihnen alles angegriffen, was sich ihm in den Weg zwischen dem Kontrollgerät und dem Menschen stellte, der es hielt. Es war der Säufer, der mit ihm kämpfte und der sich auch zur Wehr setzte. Es war aber auch der Säufer, der den Kampf verlor. Als er damals das viele Blut sah und begriff, was er getan hatte, war er Hals über Kopf geflohen. Natürlich blieb sein Opfer nicht unentdeckt und wurde rechtzeitig behandelt. Shkarrs Glück war, dass er ein Kanarra war und sein Besitzer überlebte. Gleichzeitig hatte sein vorletzter Käufer, der Händler, dem alten Besitzer auch noch einen guten Preis geboten. Dieser hatte eingeschlagen, weil er froh war, seinen Kanarra los zu werden und dabei noch etwas für ihn heraussprang. Ein gutes Geschäft für ihn und ein paar Tage lang einen dicken Schädel.

Der Tierhändler hingegen hatte sich ein gutes Geschäft versprochen, trotz der Vorgeschichte mit dem glimpflichen Ausgang. Der Kanarra war ungewöhnlich und sah schön aus. Es gab nur sehr wenige Kanarras, die eine solche Fellfarbe in dieser Zeichnung hatten. Doch der Händler irrte sich. Niemand kaufte den Kanarra. Immer wieder wurde nur nach jungen Kanarras gefragt. Bei diesem Exemplar hingegen schreckten alle zurück. Er war fast ein Drittel größer als die gehandelten Kanarras, wenn sie ausgewachsen waren.

Credits & Informationen

  • Cover erstellt von Irene Repp (Daylin-Art)
  • Cover-Bilder: fotalia (Fotografen: merydolla, ANP & Igor Kovalchuk)