Autorenwahnsinn: Tag 28 & 29

Tag 28: Mein Must Read! Für diesen Sommer.

 

Oh, schwere Frage oder Aufforderung. Es gibt soviele gute Bücher und ich lese eigentlich wie eine Irre. Nein, gesund ist das nicht. Aber Lesen … +tiefer seufzer+ Wie auch immer. Es gab zwei Autoren, die ich nicht auf den Schirm hatte und die mich kalt von hinten erwischt haben. Den einen habe ich schon bei Autorenwahnsinn erwähnt. Den anderen noch nicht.

 

T. J. Klune versteht es wunderbar neurotische, hyperaktive und dennoch geradlinige Charaktere zu beschreiben und dabei eine Achterbahn der Gefühle entstehen zu lassen, dass man irgendwie danach was zum Festhalten braucht. Die Reihe um Bär, Otter und der Junge – es sind drei Bücher derzeit und es gibt wahrscheinlich noch ein viertes, das gerade rausgekommen ist – liest sich wunderbar und furchtbar zugleich. Man kommt einfach aus der Kiste nicht raus und will es eigentlich auch nicht. Wer also eine ungewöhnlich-gewöhnliche Familiengeschichte lesen möchte, die einen an das Gute glauben lässt (unabhängig davon, was einem an Mist und Steinen in den Weg geworfen wird), der sollte sich diese Reihe antun.

 

Der andere ist For Real – Das echte Leben – von Alexis Hall. Es ist ein eher leises Buch. Keine Effekthascherei. Keine lauten Töne. Dabei könnte man meinen, dass eine Beziehung mit Dominanz und Unterwerfung eigentlich immer laut sein müsste, weil man es gar nicht anders zu hören bekommt (keine Kritik – ist nur eine Feststellung – doch dadurch fällt dieses Buch auch so auf). Aber diese Geschichte kommt ganz anders daher. Alle Klischees oder gängigen Bilder, die einem im Kopf rumwuseln, werden nicht nur umrudert, sondern von dem Kopf auf die Füße gestellt, wobei auch eine interessante Frage aufgeworfen wird. Oder mehrere. Es war das einzige Buch, dass nach drei Wochen Erstlesung mich dazu drängte, es noch einmal zu lesen. Das passiert mir nur selten. Dass hatte ich im letzten Jahr bei dem Beserkerbuch von Insa Tamer. Aber das war letzten Sommer. Oder gilt der auch?

 

Ansonsten, ich lese aktuell Die Macht des Clans, Greyscale den aktuellen Band (gerade beendet und eine Superreihe mit viel Wucht und Kraft in den verwendeten Bildern), Das Haus der glücklichen Mütter, Der Duft der Farben, die polyamorie-Serie von Sookie Hell (ein Re-Read) und der Stapel der Bücher, die ich noch lesen will, ist hoch und breit. Da sind auch noch ein paar Re-Reads dabei. Ich bin unersättlich.

 

 

 

Tag 29: Kill your Darling – Gelöschte Dinge aus meinen Büchern!

 

Ich hebe die normalerweise nicht auf. Aber jetzt habe ich sogar zwei Sachen. Wie mache ich das jetzt. Mhm … Da es sicherlich noch mal so eine Aktion gibt, hebe ich mir eines auf. Hehe … Akte Fearman Buch 1, zwischen dem jetzigen Kapitel 18 und 19 gab es einen kleinen Einschub, der vollständig rausgelöscht wurde. Er ist nicht wichtig. Aber nett. Ne? Genau, das, was man löscht. Nette Dinge.

 

2 Monate später
Neues Hauptquartier des Ordo
London, Stadtteil Camdentown

 

Susan klopfte an den Türrahmen. Georg hatte sich vor der Tafel aufgebaut, auf der sich Kärtchen für jede Trackergruppe und Solo-Tracker befand. Darunter stand der Ort und der Auftrag, den sie jeweils hatten. Gerade nahm er Jean Andrej Freeman und Nathanel Talbot ab und brachte sie auf einer Tafel daneben unter.
„Georg?“
„Mhm?“ Georg drehte sich um und grinste schief. „Was ist, Susan?“, fragte er dann etwas deutlicher.
„Ein Telegramm aus New York und eine Nachricht von Phillip. Sie kommen zurück. Die Mission war erfolgreich.“
„Gut!“ Georg wirkte etwas zufriedener als den Moment zuvor. Als Susan nicht wieder zurück ins Vorzimmer ging, schaute er sie erneut fragend an.
„Sie sind nicht überzeugt“, sagte sie dann.
Georg schnaufte. „Überzeugt? Ja und nein. Ich denke, es ist eine gute Lösung. Aber ich hätte Nathanel gerne hier. Mir fehlt ein guter Vermittler.“
„Dann müssen wir einen neuen finden“, meinte Susan gutgelaunt. „Ich denke, es gibt genug Talente und Nathanel wird sich gut machen.“
Georg verknotete die Hände auf seinem Rücken und sah auf die zweite Tafel, die bisher leer gewesen war. „Es ist eine gute Lösung, die Schule wieder mit einem festen Team zu schützen.“
„Denke ich auch. Aber ich habe da noch etwas aus New York. Möglicherweise betrifft es die Causa Freeman.“
Georg blickte Susan etwas böse an. „Und damit kommst du erst jetzt?“
Susan wirkte nicht einen Moment schuldbewusst. Sie reichte Georg ein Telegramm, das dieser kurz überflog. „Das ist nicht mal der Hauch einer Spur“, murrte er. Als er Susans Enttäuschung bemerkte, ruderte er etwas zurück. „Möglicherweise führt es uns auf die eigentliche Spur. Aber, so wie es im Moment aussieht, werden wir noch tiefer graben müssen.“
„Ich werde es in seine Akte legen“, meinte Susan dennoch und Georg rückte das Telegramm wieder raus.