Autorenwahnsinn: Tag 13

Sonntag! Frühstück? Buch? Was machst du als Autorin am Sonntagmorgen?

 

+augenzusammenkneif+ Ernsthaft? Mir will eigentlich niemand am Sonntag oder an irgendeinem Morgen der Woche begegnen. Ich bin in aller Regel maulfaul, suche meinen Kaffee und laufe um Hindernisse drumherum. Ich meine jedes Hindernis. Es gibt Tage, an denen ich ein paar Worte verliere. Was ich immer frühstücke, ist Kaffee und ein Stück Obst. Mein Frühstück ist langweilig, wird nicht im Bett eingenommen und ich lese jeden Morgen. Das kann die Facebook-Timeline sein, ein Guten Morgen an die Kollegen (am Morgen weiß mein Tablet immer, dass ich als erstes „Guten Morgen“ und „Moin“ schreibe und bietet es mir als nahezu vollständigen Satz an, mitunter folgend von ein paar anderen Worten – ich bin ein Morgenmuffel! Reicht, wenn einer von uns redet). Ansonsten lese ich Bücher. Jeden Morgen.

 

Gerade ist es Homo Deus von Yuval Noa Harari, Eine Geschichte von Morgen. Ein hochgelobter, dystopischer Ansatz zu feuchten Unsterblichkeitsphantasien der Menschheit. Getarnt als Sachbuch mit philosophischen Ansatz und ein wenig Kratzen an Epikurs Lehren. Naja, wahrscheinlich nicht einmal das, aber Zitate machen sich immer gut. Ein wenig von hier, ein wenig von da. Und fertig. Hose runter, ruppeln, Samen verbreiten, fertig. Habe ich gesagt, dass ich ein Morgenmuffel bin? Ja, sowas kommt bei rum, wenn mir jemand seinen feuchten Traum präsentiert, der so niedrig, so instinktgesteuert und größenwahnsinnig ist, dass es mir eine Freude ist, die Angst in ihren Augen zu sehen. Diese herrliche Panik. Mehr davon. … Was denn? Entsetzt? Nicht so empfindlich die Herrschaften.

 

Da bekommen ein paar reiche Kerle Schnappatmung, dass sie sterben müssen. Sie bekommen Angst und setzen alles daran, unsterblich zu werden. Bekannt! Gibt und gab es immer schon. Die Mittel sind mehr oder weniger immer dieselben gewesen – über alle Jahrtausende hinweg. Es gab da mal einen Kerl in China, der Chin hieß und der erste Kaiser genannt wurde. Er schluckte Gift, um unsterblich zu werden. Er wurde unsterblich. Fast der gesamte Kontinent heißt nach ihm. Das wir dem Ziel „Unsterblichkeit“ heute näher sind als zuvor, auch geschenkt. Nur, das Wir ist falsch. Jedenfalls, Harari bekommt ganz feuchte Augen, der arme Kerl. +schallendlach+  Gebt ihm ein Taschentuch.

 

Dann habe ich noch von 10 bis 12 Uhr heute Morgen den Teil 4 – Sklave Alex: Sklavenspiele – durchgelesen (nein, Teil 1 bis 3 nicht; kenn ich nicht). Passt nicht? Die zwei Bücher zusammen? Oh, doch. Und wie das passt. Noch mehr Zeit, sich die Lebenszeit mit Spielen zu vertreiben und Menschen zu finden – oder auch zu zwingen*) – sie leiden zu lassen. Unsterblichkeit und Sklaverei. Darauf einen Kaffee mit Mandelmilch und eine Banane.

 

Will mich jemand gut gelaunt erleben, nach 12 Uhr bitte.

 

Ach ja, für irgendwelche Plottbunnies aufgrund dieses Textes übernehme ich nicht die Verantwortung. Mein Trainingsprogramm spuckt das alle Nase lang aus.

 

 

 

*) Wer Unsterblichkeit anstrebt, hat die Macht und das Geld, auch Unfreiwilligkeit auszuschalten. Wen interessieren da die Details?