Autorenwahnsinn: Tag 12

Bitte ein Zitat aus einer kühlen Szene!

Zwecks Abkühlung im Sommer. Also ernsthaft: Es ist kalt genug dieses Jahr. Und eigentlcih habe ich nicht allzuviele heiße, sonnige Szenen, die eine Abkühlung zur Folge haben. Doch, eine aus Borderlands. Müsste dieser Tage online gehen oder ist online. Borderlands VII. Aber da vorhanden, mal was anderes und weniger nettes. Bin gerade so drauf. Also, alle in Deckung. Es wird böse.

Chiron – Buch 2 – irgendwo auf Seite 370

Es war bereits Nacht, als er das Bewusstsein wiedererlangte. Der Wind der Wüste schnitt kalt in seine Haut, vermochte ihn aber kaum zu kühlen. Er war anders gefesselt. Stramm an einen Pfahl gebunden, war er gezwungen, aufrecht zu stehen. Der Kopf war dabei ebenso angebunden, so dass er nur in eine Richtung sehen konnte. Vom Haus des Verwalters erklang Musik und Lachen.

Chiron hatte Mühe, es als solches zu erkennen. Seine Haut brannte und in seinem Inneren wütete ein anderes, ganz eigenes Feuer. Gleichzeitig quälte ihn unermesslicher Durst und seine Zunge besaß nicht genug Feuchtigkeit, um seine rissigen Lippen zu befeuchten. Warum er noch lebte, wusste er nicht. Aber er wünschte sich, dass er starb.

„Schsch …“, hörte er. „Es ist nur Fieber.“

„Khalon“, murmelte Chiron müde.

„Nicht bewegen“, flüsterte Khalon. „Dalia Ma’i ist gleich fertig. Der Trank wird dir helfen.“

„Du bist tot. Wieso bist du hier?“ Chiron versuchte sich auf das Gesicht seines Ziehvaters zu konzentrieren.

„Wir sind den Menschen, die wir lieben, niemals fern, Sohn.“ Khalon berührte sein Gesicht und nahm einen Zipfel von seiner Tunika, um die Tränen zu trocknen. „Du musst durchhalten. Du kannst das. Das hast du schon einmal gekonnt.“

„Ich bin müde“, flüsterte Chiron. „So müde!“

Khalon nahm das Gesicht seines Ziehsohns in beide Hände und blickte ihn unendlich traurig an. „Du bist nicht mehr allein. Vergiss das nicht. Sie sind schon hierher unterwegs. Das weißt du.“

Khalon umarmte ihn, wärmte ihn mit seinem Körper und schenkte ihm Trost. „Sie kommen“, wiederholte er. „Und die Medizin wird dir auch helfen.“

„Wieso bist du tot?“, wimmerte Chiron. „Ich habe dich getötet!“

„Mach dir darüber keine Gedanken. Ich war schon alt, als wir uns trafen. Du hast mich nicht getötet. Der Krieg hat mich alt und schwach gemacht und als du kamst, hatte ich wieder eine Aufgabe. Du hast mich am Leben erhalten.“

„Und als ich ging …“

Khalon trat zurück und sah ihm tief in die Augen. Traurig schüttelte er den Kopf. „Meine Zeit war um.“

„Ich habe mein Versprechen nicht gehalten. Bitte verzeih mir!“

„Du dummer Junge“, unterbrach ihn Khalon. „Hass muss irgendwohin. Ich hatte nur gehofft, dass du es schaffst, ihn abzulegen, bevor er dich auffrisst. Ehe du etwas tust, was dich zerstört. Lass dich von deinem Hass und deinem Zorn nicht vernichten. Sie werden dir das Lebenslicht rauben. Aber ich werde dich nicht zwingen, ein Versprechen zu halten, dass du nicht halten kannst. Und jetzt ruh dich aus. Du musst Kraft sparen.“

Chiron vermochte sich nicht zu bewegen, aber Khalon war ihm so nahe, dass es keine Rolle spürte. Er war wieder der kleine Junge, der von Fieber geschüttelt mitten in der Nacht aufgewacht war. Das war in den ersten Jahren immer wieder geschehen und dann hatte Khalon ihn gehalten, bis er wieder einschlafen konnte. „Der Trank wird dir helfen“, flüsterte Khalon und er hatte immer Recht behalten.